Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Aquarienpflege nicht symbiotischer Hornkorallen

Problemstellung:

Wie wir ja wissen leben die nicht symbiotischen Hornkorallen ohne Symbiosealgen (Zooxanthellen), und müssen von der Hand des Pflegers ernährt werden. Aber nicht nur die Ernährung bereitet uns Kopfzerbrechen. Azooxanthellate Gorgonien stammen meist aus den planktonreichen und tieferen Wassertiefen des Meeres. Sie brauchen daher etwas kühlere Temperaturen von 20-22 °C, damit ihr Stoffwechsel nicht so extrem hochgefahren wird. In unseren Riffaquarien ist das Wasser meist viel zu warm und die Hornkorallen verbrennen die durch Fütterung zugeführte Energie meist schneller als sie Futter aufnehmen können. Weitere Probleme sind zu starke Abschäumung und vor allem aber Ozon sollte unbedingt vermieden werden. Starke Beleuchtung, damit meine ich HQI Licht, (UV-Strahlung) sollte ebenfalls vermieden werden. Ein weiterer Punkt der unterschätzt wird ist die Strömung. Nicht symbiotische Hornkorallen haben sich mit ihrer gesamten Körpergestalt darauf eingestellt, dass das Wasser sich gleichmäßig auf sie zu bewegt. (Laminarströmung) Mit der turbulenten und sehr abwechslungsreichen Strömung wie sie oft in Riffaquarien vorherrschen, können diese Gorgonien nichts anfangen. Ebenso sogenannte Wavemaker, sind Feinde von azooxanthellaten Gorgonien. Aber auch die Stärke der Laminarströmung muss für die Polypen der Gorgonie optimal sein. Nur dann wird die Gorgonie bereit sein ihre Polypen zur Ernährung zu öffnen. Eine weitere nicht zu unterschätzende Besonderheit sind energiezehrende Vorgänge. Einer davon ist das Austrecken der „Fangfarme“ und das Öffnen der Polypen. Durch diesen Vorgang muss zwingend durch die Siphonoglyphen (Schlundrinnen die in den Gastralraum führen) Umgebungswasser in das Innere der Polypen hineingeführt werden. Zudem muss durch die Bewegung der Muskulatur in der Polypeninnenwand fortwährend ein Druck erzeugt werden, was dazu führt, dass der Innendruck den Umgebungsdruck übersteigt. Fängt nun die Gorgonie nur soviel Nahrung, dass sie ihren fangbezogenen Energieeinsatz gerade so kompensieren kann, ist es schon fast das Aus der Gorgonie im Aquarium.
Viele dieser Dinge können wir aber in unseren heimischen Riffaquarien nicht bieten. Was also tun?

Diodogorgia nodulifera

Das früher einige Wirbellose vergleichsweise unproblematischer in der Haltung waren als heute, ist mit Sicherheit darauf zurückzuführen, dass früher die Becken ein anderes und vielleicht nährstoffreicheres Milieu hatten, mit einem höheren Anteil an Detritus und Schwebstoffen. Heute kann man dafür Acroporen und andere empfindliche Steinkorallen ohne Probleme halten, was damals noch ein Traum war. Dagegen wird die Haltung von nicht symbiotischen Gorgonien immer schwieriger. Also müssen wir für die optimalen Pflegebedingungen sorgen, und für diese Tiere möglichst ein eigenes Refugium schaffen. Das ist durchaus möglich. Ein Spezialaquarium das auch ein kleineres Volumen hat, als ein Riffbecken. Der große Vorteil eines kleineren Volumens ist, dass mit weniger Futter eine hohe Nahrungsdichte erreicht werden kann.

Artemienaufnahme einer Diodogorgia

Die in den letzten Jahren immer mehr aufkommenden hybriden Aquariensysteme, die eine Mischung aus klassischem Berliner System und Refugien (Jaubert, DSB, MiracleMud) darstellen, sowie die verstärkte Fütterung mit Planktonprodukten, könnten die Haltung dieser ehemals unproblematischen Pfleglinge wieder dauerhaft möglich machen. Schwache Röhrenbeleuchtung, optimale Strömung, perfekte Bakterientätigkeit durch die oben beschriebenen Refugien, angemessene Temperaturen, all das sind Voraussetzungen die man erfüllen kann und soll.

Zum Schluss erlaube ich mir an dieser Stelle noch folgende Anmerkungen. Kauft nicht wahllos azooxanthellate Gorgonien, auch wenn sie so noch so schön farbig sind. Informiert euch im Vorfeld. Lest über diese Tiere. Infos gibt es heut zu Tage genug. Klärt im Vorfeld, kann ich alle Bedingungen erfüllen? Wenn nicht, lasst die Finger von den Gorgonien.

Das ist kein Refugium

Jedes tote Tier ist ein Beitrag zur Zerstörung der Umwelt.

© 2009 – 2016, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.

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