Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Die Palaemon elegans - Felsengarnele

 © Text und Bilder Falk Hummel & Franz Penn aquascape-guru.de - Weitere Bilder © Stefanie Hamm
 

Da wir hier im Gorgonienlexikon viele gute Beiträge lesen, so wollen wir mit diesem Beitrag den Lesern einen weiteren Beitrag zur Verfügung stellen und sagen Danke an Harald.

Ein Flachwasserbewohner, die Palaemon elegans

Wir waren wieder unterwegs, diesmal an der subtropischen Atlantikostküste. Dabei stand auf dem Programm, das Fels-/bzw. Flachwasserlitoral etwas genauer zu untersuchen.

Ber Begriff der Felszone/ -Küste sollte vorher etwas erklärt sein, da es hier einige Unterschiede im Gesamtaufbau gibt.

Felsküsten werden von den Gelehrten und Forschern klar darin definiert, wie lange und wie weit sie bei Ebbe (Tidentiefhub) frei vom Gezeitenwasser sind. Hier wird klar in Spritzwasserzone, Gezeitenzone und Flachwasserzone unterschieden.

Die Spritzwasserküste-/zone ist meist eine Küste mit über Wasser liegenden Felsenformationen (Gestein), welche nur von Spritzwasser (Flut) erreicht werden und dem zufolge meist wasserfrei sind.

Bild oben, zeigt eine mittlere Gezeitenküste im Ostatlantik (Kanaren)

Die Gezeitenküste untergliedert sich in obere, mittlere und untere Gezeitenküste-/Zone, markant ist hier der max. Hochwasserstand, welcher festlegt, ob der ganze Abschnitt lange,teilweise oder wenige Zeit wasserfrei ist.

Flachwasserküsten sind eigentlich immer von Wasser bedeckt, weshalb man hier eine höhere Artenvielfalt antrifft,gerade Pflanzen sind hier meist anzutreffen, wie z.Bsp. Seegras-und Tangwiesen. Auch spricht man hier von einer Starklichtzone die deren Wachstum besonders
begünstigt.

Einen Vertreter der Gezeitenzone möchten wir heute vorstellen, die Kleine Felsengarnele Palaemon elegans, die 1837 als Leander squilla elegans von Rathke beschrieben wurde.

Wer an der Gezeitenküste wandern geht, wird unweigerlich auch mal mit den Füßen im Wasser stehen und bekommt erst mal gar nix mit von dieser kleinen Garnelenart, welche zur Ordnung der Zehnfußkrebse Unterordnung Caridea gehört.

Bild oben, zeigt zwei Exemplare der Art an der Hand

Unser Steckbrief

Ausgewachsene Exemplare bringen es immerhin auf ca. 5cm und dann ist natürlich mit bloßem Auge eher etwas vom Muster zu erkennen.
Rotbraune bis braune Querstreifen werden durch weisse bis leicht blauweisse Punkte auf dem Charax ergänzt. Auch markant ist das die Gelenke der Beine gelbe Streifen oder Punkte zeigen,weshalb diese Garnelenart, obwohl am gesamten Körper durchsichtig, doch nicht als farblos bezeichnet werden kann.

Bild oben, zeigt die Farbmusterung dieser Garnelenart

Wir können zum Verhalten folgendes erkennen

Zum einen wird alles,was sich plötzlich im Wasser befindet, nach einer "Schrecksekunde" untersucht und dabei wird versucht irgend etwas abzuknabbern, mal vorsichtig ausgedrückt "abgeweidet". Wie auf unseren Bildern zu erkennen, wird auch nicht vor den Händen und Füßen halt gemacht, verwunderlich ist nur, das die kleinen Krabbler sich nicht durch die Körperwärme der Gliedmaßen abschrecken lassen. Bewegt man zum Bsp. ruckartig einen Finger wird ruckartig und sehr schnell die Flucht ergriffen um alsbald wieder an den "Untersuchungsort" zurück zu kommen. Was wir außerdem bestätigen, ist das Abweiden von Braunalgen und  Blasentang.

Diese Art hat sich hervorragend an wechselnde Salinität und Temperaturschwankungen angepasst, die Temperaturspanne in dem Areal welches wir besuchten, hatte in 25cm tiefem Wasser in Felstümpeln, in ca.6 Stunden 5 °C Unterschied zum Flutwasser.

Bild oben, zeigt Palaemon elegans in Ihrem natürlichen Habitat

Haltung in einem Aquarium

Haltbar ist diese Garnelenart, allerdings wird sich ein Gezeitenbecken aufgrund sehr teurer Technik im "Hausaquarium" eher nicht realisieren lassen.

Die Art wurde in Aquarien schon gehalten, allerdings wir hier keine Erfahrungsberichte anmerken können. Was wir sagen können ist die Tatsache, das die Laichzeit im kanarischen Raum im Februar beginnt. Die Geschlechtsreife ist bei diesen Arten nach dreiviertel der Körperlänge erreichbar. Dazu werden wir natürlich Bildmaterial, sowie die GPS-Daten nachliefern.

Bei der Haltung im Aquarium kann man davon ausgehen, das sich die Art in Bezug auf die Fütterung von Fischlaich, Fischlarven, Trockenfutter, Kleinstkrebsen, aber auch von Pflanzenresten und Algen ernährt bzw. ernähren lässt. Der Grund ist Ihre Anpassung an den natürlichen Lebensraum, der eine Verschwendung der Resourcen nicht erlaubt. Die Art wird als euryhaline Art bezeichnet ( Hyperosmoseregulierend).

Danke für Euer Interresse!
Das Team von Aquascape-guru.de

Zum Abschluß noch zwei Bilder von Stefanie Hamm die diese Garnelenart sehr erfolgreich in einem Aquarium pflegt.

 

© 2009 – 2013, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.

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