Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Gorgonien und Nahrung

Heute möchte ich euch etwas zu der Ernährung von Gorgonien erzählen. Viele werden jetzt fragen, die Leben doch vom Licht, warum dann noch ernähren oder eine gezielte Fütterung dieser Korallen, die ja Hauptsächlich ihre Energie für ihr Wachstum aus ihren Symbiosealgen den Zooxanthellen beziehen. Nun, ich werde es versuchen, es zu erklären.

Zuerst aber noch mal zur Erinnerung, was sind Zooxanthellen? Zooxanthellen sind winzige Dinoflagellaten, die in das Gewebe der Korallen und anderer Organismen eindringen und symbiotisch werden.

Der symbiontische Kohlenstoffkreislauf in der Koralle zwischen Korallenpolypen und

Zooxanthelle nach Burkhard Ramsch und Beate R. Sellner

 

Diese Zooxanthellen betreiben Photosynthese und verbrauchen dabei in der Hauptsache Kohlendioxid, welches die Koralle bei ihrem Wachstumsprozess abgibt, und wandeln es mit Hilfe des starken Sonnenlichts in Zucker und Aminosäuren um. Für die Gorgonien stellen die Photosyntheseprodukte der Zooxanthellen also eine wichtige Nahrungsquelle dar. Aber nicht die einzige.

Wie schon in anderen Berichten von mir erwähnt, leben Lichtgorgonien nicht nur in den sonnenlichtdurchfluteten Flachwasserbereichen, und nur hier können die Zooxanthellen die Photosynthese ausreichend betreiben, und die Gorgonien ernähren. Zooxanthelate Gorgonien die in Tiefen von 30 bis 50 Meter leben, sind zwar in der Lage blaue und grüne Spektralanteile des Sonnenlichtes für ihre Photosynthese zu nutzen, selbst in Tiefen von bis zu 100 Metern findet noch eine Photosynthese statt, dort werden Spektralanteile von 380 - 410 nm genutzt. Aber wie geschrieben reicht dieses nicht mehr aus, die Gorgonien ausreichend zu ernähren.

 

 

Dieses Diagramm zeigt die Tiefe, bis zu welcher das Licht klares Ozeanwasser durchdringt. Weil rotes Licht stark absorbiert wird, hat es die oberflächlichste Durchdringungstiefe; blaues Licht hat die tiefste Durchdringungstiefe. (Angewandte Optik,Vol.20 (177) Smith, R.C. und K.S. Baker. 1981) Siehe auch offizielle NASA Webseite.

 

Welche Korallennahrung ist für unsere Gorgonien geeignet und verfügbar? Dieser Bericht gilt sowohl für Lichtgorgonien als auch für azooxanthelate Gorgonien.

Zunächst lässt sich aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass es nicht „die ultimative Korallennahrung“ gibt, auch wenn viele Hersteller damit werben. Wichtig ist zunächst, dass die Nahrung auf die Gorgonie einen Beutereiz ausübt, so dass die Polypen die Nahrung auch als tatsächlich „fangwürdig“ identifizieren. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die richtige Größe der Schwebenahrungs-Partikel, die bei Hornkorallen allerdings Artenabhängig ist. Man sollte meinen große Polypen fangen große Partikel, kleine Polypen kleine Partikel, aber eben nicht immer. Oftmals haben Hornkorallen größere Polypen, aber die Polypen besitzen nur kleine Mundscheiben bzw. einen extrem kleinen Gastralraum. Sind nun die Partikel für die betreffenden Polypen zu klein oder zu groß, dann können sie von ihren tastempfindlichen (taktilen) Strukturen nicht als Nahrung erkannt werden. Wichtig ist auch zu erkennen, ob ein Produkt lediglich Lock- und Duftstoffe einsetzt, (nicht zu verwechseln mit Vitamin- und Aminosäurelösungen) um ein Öffnen der Korallenpolypen zu erwirken. Das ständige Öffnen und Schließen der Hornkoralle, ohne dabei verwertbare Nahrung aufzunehmen, ist schlecht für die Koralle, denn sie verbraucht unnötig Energie, und der Fangreflex kann leiden.

 

Nahrungsaufmahme einer Diodogorgia

 

Als Nahrung kommen Futterpartikel mit einer Größe von 5-300 µm in Frage (ein Fünfzigstel bis rund ein Drittel eines Millimeters) Sehr wichtig ist Phytoplankton sowie andere Schwebestoffe pflanzlicher und tierischer Herkunft.

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