Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Ein Gorgonienschädling der besonderen Art Tritonia hamnerorum

Einige haben es vielleicht noch in Erinnerung, im Jahre 1992 kam es zu einem großen Gorgoniensterben in der Karibik. Besonders betroffen war Gorgonia ventalina. Aber nicht nur die Seefächer waren betroffen, sondern auch viele andere photosynthetische Korallen. Lange hat man gerätselt. Warum nur photosynthetische Korallen? Alle anderen nicht photosynthetischen Korallen standen gut. Auch Schwämme und andere Filtrierer, nichts vom großen Sterben.

Des Rätsels Lösung war eine Schnecke mit dem Namen Tritonia hamnerorum. (Siehe Bild oben) Diese Schnecke die nur in der Karibik vorkommt, hat das lebende Korallengewebe gefressen. Eigentlich hat sie das schon immer getan, doch die Population ist so sprunghaft angestiegen, dass es zu einem wahren Korallensterben geführt hat. Man hat bis zu 1700 Schnecken auf einer einzigen Gorgonie gefunden. Jene Schnecke hat sich dann zu kilometerlangen Fraßfronten zusammengeschlossen und weidete systematisch ganze Korallenstöcke ab.

Bild: juvenile Schnecken Größe 3mm, Mikroskopaufnahme

Aber warum frisst diese Schnecke Korallen? Man wird es kaum glauben, diese Schnecke frisst das Korallengewebe, und nutzt deren Photosyntheseprodukte, die Chloroplasten. Jene grünen Minifabriken, in denen aus Sonnenlicht und Kohlendioxid Zucker hergestellt wird. Die Chloroplasten werden intrazellulär in der Mitteldrüse eingelagert. So können die Schnecken bei Futtermangel jederzeit auf „Solarbetrieb“ umschalten.

Bild: Mikroskopaufnahme Laichschnur. Die Eier in der Schnur sind ca. 150 µm (0,15mm) groß.

Aber noch etwas kann die Schnecke, sie lagert furano-germacrene ein. Dies ist ein Toxin was sich im Korallengewebe der Gorgonia ventalina befindet. Dieses Mittel schützt effektiv vor Freßfeinden.

So kann es gehen wenn man die Tierchen übersieht.

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