Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Haltungsprobleme zooxantheller Hornkorallen

Erfüllt man die eigentlich relativ simplen Umgebungsansprüche, wie gute Beleuchtung und die passende Wasserbewegung, dann kommt es eher selten zu Problemen. Die enormen Wachstumsraten, die manche Arten an den Tag legen, gepaart mit der nicht zu unterschätzenden ausladenden Wuchsform einiger Arten, kann uns aber Sorgen bereiten. Warum ist das so? Die Gorgonien berühren sich untereinander, und unterschiedliche Gattungen vernesseln sich zum Teil nicht unerheblich. Man sollte also unbedingt darauf achten z.B. durch die Optimierung der Strömung, das sich unterschiedliche Arten nicht berühren.



Öffnen sich die Hornkorallen selten oder gar nicht, dann sollte man die Wasserqualität untersuchen. Probleme ergeben sich bei einer übermäßigen Ammoniumbelastung sowie zu hohe Nitrat und Phosphatwerte. Wobei Nitrat nicht der entscheidend ist. Hornkorallen können Werte bis 20mg/l gut verkraften. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist wenn einzelne oder wenige Hornkorallen in sogenannten Mischbecken stehen. Verantwortlich dafür sind Sekrete anderer Korallenarten. Nehmen wir die karibischen Gorgonien die mit Stein- und Weichkorallen aus dem Indopazifik gehalten werden. Diese werden sich in der Natur niemals begegnen. Filterung über Aktivkohle und verbesserte Abschäumung helfen die Sekrete und Abwehrstoffe zu binden. Vielleicht sollte man auch einfach Prioritäten setzen, und sich für die ein oder andere Art von Korallen entscheiden.

Ein weiteres Problem sind Parasiten, vor allem Nacktschnecken der Gattung Tritoniidae. Sie geraten, genau wie die Koralle selber, aus dem Handel in unsere Aquarien. Sie sind mit dem bloßen Auge in der Regel nicht zu erkennen, da sie sich optisch gut getarnt dem Wirtstier anpassen. Man kann sie aber dennoch relativ leicht lokalisieren, weil genau da wo die Parasiten sitzen öffnen sich die Hornkorallen nicht.



Bildquelle: flickr.com

Will man keine Fressfeinde einsetzen wie zum Beispiel Lippfische bleibt nur die manuelle Entfernung. Aber Achtung, nicht jedes Lebewesen was auf den Hornkorallen lebt ist ein Parasit. Hinter manchem blinden Passagier verbirgt sich ein Symbiont und das Pflegen solcher Lebensgemeinschaften ist in unserem Hobby ein faszinierender Aspekt.

Eingehen möchte ich auch noch mal auf die Strömung. Ein harter Wasserstrahl der die Gorgonie permanent trifft ist zu vermeiden. Hornkorallen lieben vor allem eine oszillierende aber laminare Wasserbewegung. Aber sie muss immer so stark sein, das sich die Hornkorallen selbst ohne mechanisches zu tun, von Sedimentablagerungen und Algenaufwuchs befreien können.

Ein weiteres Problem können Hydropolypen sein. Diese sehen teilweise einer Hornkoralle sehr ähnlich, und besiedeln die Stämme der Gorgonie. Die Gorgonie wird es nicht überleben.

Noch ein Tipp: Bei belasteten Wasser häuten sich die Gorgonien erheblich häufiger, als bei sauberem Wasser.

So ich hoffe, habe euch jetzt nicht zu sehr gelangweilt, aber beachtet man diesen kleinen Leitfaden kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

 

© 2009 – 2016, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.

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