Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Nicht symbiotische Hornkorallen Teil 1

Der Lebensraum

Nicht symbiotische Hornkorallen existieren in einem völlig anderen Lebensraum als ihre symbiotischen Vertreter. Das bezieht sich aber nicht auf ihre Verbreitung, sondern auf die besiedelten Riffzonen. Während die Gorgonien die mit Zooxanthellen leben, in den oberen Riffbereichen wachsen, beschränken sich die azooxanthellaten Tiefengorgonien auf Dämmerlichtzonen. Auch leben sie in völliger Dunkelheit. Jetzt fragt man sich natürlich, wie können dort die nicht symbiotischen Hornkorallen überleben?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Die nicht symbiotischen Hornkorallen haben sich schlicht eine ökologische Nische erschlossen. Sie brauchen nicht wie die symbiotischen Vertreter in Wachstumskonkurrenz treten. Ab einer Tiefe von 15 Meter geht es langsam los, also da wo die meisten zooxanthellaten Korallen nicht mehr existieren können. Aber hier sind die Hornkorallen in der Regel noch größenmäßig eher bescheiden. Erst tiefer sind die Strömungsbedingungen ideal, und eine optimale Strömung benötigen die Gorgonien zur Nahrungsaufnahme Hier sieht man bisweilen riesige Fächer die durchaus eine Höhe von zwei Meter erreichen können. Diese stehen immer quer zur Strömungsrichtung Gezeitenabhängig bewegt sich das Wasser mit gleichmäßiger Laminarströmung einige Stunden lang in die eine Richtung, anschließend ebenso lange in die Gegenrichtung. Die großen Hornkorallen stellen sich regelrecht als Strömungssperre auf, so dass das Wasser durch die Zwischenräume ihrer Äste gedrückt wird und die weit geöffneten Polypen ausreichend Gelegenheit haben, nahrhafte Planktonorganismen auszusieben. Das ist eine Grundbedingung wenn sich ausschließlich von Plankton ernährt wird.

Abbildung: Vertikalwanderung des Planktons. Echolotaufzeichnung aus dem Pazifischen Ozean.
Tagsüber befindet sich das Plankton (sichtbar als dicker Reflektor) in etwa 300m Wassertiefe,
in der Nacht (18.00 – 06.00 Uhr) ist es an der Oberfläche und wandert dann zügig wieder in die
Tiefe.

Ein Besonderheit sind oft die kommensalen Lebensgemeinschaften. Schlangensterne, Grundeln und kleine Seepferdchen sitzen oft auf den Ästen der Hornkorallen. Sie versuchen vorbeitreibendes Plankton zu erhaschen. Haarsterne krallen sich oft an den Spitzen großer Hornkorallen fest, und fangen mit ihren klebrigen Armen in der Strömung ihren Nahrungsanteil.

Bildquelle: Wikipedia - Urheber Jenny Huang Taipei - Darf unter Namensnennung öffentlich zugänglich gemacht werden

Ein ganz wichtiger Faktor ist der Druck, unter dem die Tiefseegorgonien leben müssen, und soll nicht unerwähnt bleiben. Um so tiefer und so extremer sind die Bedingungen. Oftmals ist es so, die Gorgonien die aus tiefen Regionen in den Handel kommen, geschädigt sind. Warum ist das so? Viele Menschen vermuten hierbei mechanische Probleme. Der große Druck muss die Tiere ja zerquetschen oder sie müssten explodieren, wenn sie an die Oberfläche kommen. Das ist nicht richtig. Es gibt keine mechanischen Probleme, so lange keine Gasräume im Körper vorhanden sind.

Macht Druck also nichts ? Brauchen sich die Tiere nicht anzupassen? Auch wenn keine mechanischen Probleme auftreten, ist der hohe Druck von großer Bedeutung für den Organismus. Alle chemischen und enzymatischen Vorgänge des Stoffwechsels laufen unter hohem Druck anders ab als an der Oberfläche. Enzyme müssen in ihrer Wirkung angepasst sein, die Stoffwechselvorgänge in ihrer Energetik auch.

So das war Teil 1. Im Teil 2 werde ich versuchen auf die Aquarienpflege eingehen.

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