Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Plagegeister und Gorgonien

Eischnecken

Die Eischnecken (Ovulidae) sind eine Familie ausschließlich mariner Schnecken. Die Schnecken sind typische Bewohner der tropischen und subtropischen Gewässer. Nur wenige Arten kommen noch außerhalb dieses Bereichs vor. Sie leben vom Küstenbereich bis in die Tiefsee; die meisten Arten leben jedoch in den durchlichteten Flachwasserbereichen. Die Tiere sind Weidegänger und immer mit Nesseltieren vergesellschaftet. Sie weiden die Polypen der Nesseltiere ab. Bei Gorgonien auch das komplette Gewebe. Diese Schnecken leben perfekt getarnt auf den Wirtstieren.

Vermutlich eine Cymbovula sp. auf einer Menella sp.

Cyphoma gibbosum Fraßspur auf einer Gorgonie

Bild unten, die mächtigen Mundwerkzeuge (Radula) von a: Cyphoma gibbosum und b: Cyphoma signatum

Es bedarf eines geschulten Auges, um in den Auswüchsen einer Bäumchen-Weichkoralle (Dendronephthya sp.) eine Eischnecke (Globovula cavanaghi) zu entdecken. Dieser entfernt mit Kauris verwandte Nahrungsspezialist aus dem Indopazifik ernährt sich ausschließlich vom Gewebe seines Wirts. Es ist anzunehmen das sie auch ein Gorgonienschädling ist. Während die Schnecke auf ihrem gestreiften Fuß langsam über die Koralle kriecht, tarnt sie sich gegenüber potentiellen Fressfeinden wie Kugelfischen, indem sie ihr Mantelgewebe über das eiförmige Gehäuse ausbreitet. Ihre Zeichnung macht sie auf dem typischen von weißen Kalknadeln geprägten Muster der Koralle fast unsichtbar. Zwischen den beiden mit Augen und anderen Sinnesorganen bestückten Tentakeln erkennt man den Atemtrichter, mit dem sie sauerstoffreiches Wasser ansaugt. Die Eischnecke wird meist nicht größer als ein Zentimeter.

Eine weitere Schnecke aus der Species Cymbovula acicularis siehe unten, diese wurde von einem Aquarienfreund auf einer Gorgonia ventalina gefunden, und hatte schon Fraßspuren hinterlassen. Vielen Dank für das Foto.

Asterina

Asterina Seesterne kommen in allen Weltmeeren vor. Es gibt diverse Unterarten. Diese Mini-Seesterne sind in fast allen Meerwasser Becken vertreten und werden mit lebendem Gestein oder als Anhängsel von Korallenablegern eingeschleppt. Meist kommen sie nur vereinzelt vor. Manchmal vermehren sie sich allerdings stark und werden so zur Plage. Sie ernähren sich normalerweise von Algen und Kalkrotalgen. Kommt es zu einer Massenvermehrung, bedienen sie sich, vermutlich aufgrund fehlendem Nahrungsangebotes, auch an anderen Nahrungsquellen wie den Schleim von Gorgonien. Ob sie aktiv das Gewebe zerstören ist nicht geklärt.

Asterina sp. Gänsefußseestern

Feuerborstenwürmer

Feuerborstenwürmer sind relativ groß (30cm, und Fingerdick) Der Kontakt ist sehr schmerzhaft. Er attackiert Fressfeinde durch aufstellen seiner Borsten/Stacheln. Er ist räuberisch und frisst neben Weichkorallen/Gorgonien auch Seesterne, Garnelen und sogar Fische. Da er Feinde nicht zu fürchten hat, ist er als einziger Borstenwurm, auch tagaktiv. Israelische Wissenschaftler haben kürzlich gezeigt, dass Feuerborstenwürmer beim Fressen an Korallen ein Bakterium übertragen, das Korallenbleiche verursacht. Wenn Feuerwürmer, die mit dem Bakterium Vibrio shiloi infiziert sind, an Korallen fressen, entstehen erst weiße Flecken und die Koralle bleicht dann innerhalb von drei Wochen völlig aus. Dieses Bakterium kann in Korallenpolypen nur bei Temperaturen über 20 °C überdauern. Bei niedrigeren Werten kann V. shiloi aber immer noch im Körper des Feuerwurms leben. Der Wurm ist daher nicht nur ein Überträger von Vibrio im Sommer, sondern auch ein Rückzugsgebiet und Reservoir für das Bakterium bei Kälte.

Feuerborstenwurm Hermodice carunculata

Feuerborstenwurm auf einer Gorgonie

Bild unten: Hermodice carunculata auf einer Pseudoplexaura. Deutlich kann man die Fraßspuren sehen.

Rote Strudelwürmer (Turbellarien)

Vereinzelt gibt es Berichte das auch Strudelwürmer Gorgonien befallen. Turbellarien ernähren sich normalerweise durch Kieselalgen, Dinoflagellaten, Krebs/Rädertierchen und Mikro-Organismen. Sind z.B. keine Kieselalgen vorhanden, und fehlt ihnen diese Nahrungsquelle, gehen sie auf Korallen über. Sie fressen dann wohl eher den Korallenschleim als Korallengewebe. Trotz alle dem, sollten Strudelwürmer nicht unterschätzt werden. Turbellarien beinhalten hochgiftige Toxine, welche sie beim absterben, als rötlich braune Flüssigkeit, ans umgebende Wasser abgeben. Dieses Toxin ist vor allem für Fische hoch gefährlich. Je mehr absterbende Turbellarien, um so höher die Gefährdung für die Beckeninsassen.

Weitere Plagegeister

Weitere unangenehme Plagegeister sind Fadenalgen. Diese sind nicht nur unschön anzusehen, sondern auf Gorgonien auch schwer zu entfernen Fadenalgen haben die Eigenart ins Gewebe der Gorgonie einzudringen. Einmal geschehen kann die betreffenden Stelle nur abgeschnitten werden. Macht man es nicht, so ist zwangsläufig mit Gewebsverlust zu rechnen, was den Fadenalgen noch mehr Siedlungsfläche bietet.

Fadenalgen

Aber nicht alles was in oder auf einer Gorgonie lebt muss ein Plagegeist sein. Beispiel bitte sehr.

Perfekt getarnt und angepasst. Das Zwergseepferdchen Hippocampus bargipanti. Aber bitte jetzt nicht kaufen, wenn sie denn mal im Handel sind. Diese Zwergseepferdchen sollten wirklich nur Spezialisten pflegen.

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