Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Wasseraufbereitung durch Ozon oder Ozonanwendung und Wissenswertes Teil 1 © Text und Bilder- Quelle: Sander Aquarientechnik

Was ist Ozon?

Ozon ist eine besondere Form des Sauerstoffs. Normalerweise verbinden sich zwei Sauerstoffatome zu einem Molekül. Das Ozonmolekül dagegen besteht aus einer losen Verbindung von drei Sauerstoffatomen. Wenn dieses Molekül zerfällt, werden neue Reaktionspartner gesucht. Alle Wirkungen, die Ozon auf den biochemischen Reaktionsablauf im Aquarium ausübt, beruhen auf seiner starken oxidierenden Wirkung. Ozon ist das stärkste technische verfügbare Oxidationsmittel. Gleichzeitig ist es das umweltfreundlichste, denn es besteht nur aus drei Atomen Sauerstoff und trägt keine andere Chemikalie in das Aquarienwasser. Wie in der Natur wird Ozon in der Ozonelektrode „blitzartig“ aus dem Sauerstoffgehalt der Luft erzeugt. Dabei sind drei Sauerstoffmoleküle notwendig, um zwei Ozonmoleküle zu erzeugen.

Der Einfluss des Ozons auf den Stickstoffkreislauf

Ozon übt einen intensiven Einfluss auf den Stickstoffkreislauf aus. Es oxidiert bei pH Werten über 7, also vor allem in Meerwasser mit einem pH Wert von ca. 8 das giftige Ammonium zum Nitrat. Bei pH Werten im Bereich von 7 und darunter, also vor allem im Süßwasser, wird das giftige Ammonium/Ammoniak von Ozon nicht oxidiert. Hier ist man für diese Oxidationsstufe auf die bakterielle Oxidation angewiesen. Die besonders giftige Nitrit Stufe wird in jedem Fall von Ozon zu Nitrat oxidiert, wobei diese Reaktion pH Wert unabhängig ist, also im Meerwasser ebenso abläuft wie im Süßwasser. Dies ist umso wichtiger, als das Nitrit schon in geringen Spuren ein tödlich wirkendes Fischgift sein kann. Wie aus den unterschiedlichen Diagrammen ersichtlich ist, ist der Abbau von Nitrit und Ammoniak umso schneller, je höher die Ozonleistung ist.

Der Einfluss von Ozon auf die organische Belastung

Die allgemeine Belastung eines Wassers mit organischen Verschmutzungen kann man, ohne näher auf die einzelnen Verbindungen einzugehen, mit dem biologischen Sauerstoffbedarf (BSB) angeben. Je geringer der BSB Wert ist, umso besser ist die Wasserqualität.Insbesondere organische Trübstoffe, die dem Wasser eine Gelbfärbung geben, werden durch Ozon entfernt. Gelbstoffe wirken auf Fische als Stressfaktor und manche Korallenarten „riechen“ ihr Futter nicht mehr. Ozon ist in der Lage kristallklares Wasser zu schaffen, was natürlich auch dem Lichtspektrum entgegen kommt.

Der Einfluss von Ozon auf den Keimgehalt

Eine sehr wichtige Eigenschaft des Ozons ist seine entkeimende Wirkung. Ozon ist in der Lage, bei sachgemäßer Anwendung sehr geringe Konzentrationen eine keimtötende Wirkung gegenüber Viren, Bakterien sowie anderen Krankheitserregern zu entfalten. In einem Aquarium kann es allerdings nicht der Sinn der Ozonanwendung sein, ein steriles Wasser zu erreichen. Das wäre für Fische und niedere Tiere nicht erträglich. Die für die Aquarium Technik hergestellten Ozonisatoren sind so ausgelegt, dass überschießende Kulturen von Krankheitserregern abgetötet werden, ohne allerdings eine totale Sterilität erreichen zu können.  Auf diese Weise leben unsere Tiere in einem gesunden, aber doch biologisch belebten Wasser. Die Befürchtung das durch Ozon nicht nur die schädlichen Bakterien sonder auch die nützlichen (z.B. die Nitrifikationsbakterien) abgetötet werden können ist unbegründet. Entweder „tummeln“ sich die Bakterien nicht frei im Wasser und halten sich zum größten Teil im Bodengrund oder an den Steinen auf, oder sie wachsen schneller nach als sie sterben. Sehr wahrscheinlich ist beides der Fall. Sicher ist nur, dass Nitrifikationsbakterien, wenn erst einmal vorhanden, ohne Ozon leichter aussterben können als mit Ozon. Diese Tatsache kann auch leicht erklärt werden. Nitrifizierende Bakterien sind sauerstoffliebende Bakterien und bevorzugen daher das mit Ozon behandelte Wasser. Zum zweiten ist Ozon in der Lage, langkettige Moleküle die durch die Biologie nicht oder nur schwer abgebaut werden können, in kurzkettige Moleküle zu oxidieren. Dadurch werden schädliche Substanzen in Nährstoffe für Bakterien umgeformt.

Wie dosiere ich Ozon richtig?

Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da sich in jedem Aquarium aufgrund der vorliegenden Bedingungen andere Wasserverhältnisse einstellen. Hier spielt z.B. die Besatzdichte, Futterart und Menge, Filterung und vieles mehr eine wichtige Rolle.

Als Faustregel für die Größe oder Leistungseinstellung eines Ozonisators kann man von etwa 10 mg Ozon pro 100 l Aquarienwasser ausgehen. Dies ist ein Erfahrungswert, der sich im Laufe vieler Jahre als brauchbar erwiesen hat. Nun gibt es allerdings in der modernen Aquaristik viele spezialisierte Aquarianer, die es genau wissen müssen und definierte Wasserbedingungen für ihre Tiere benötigen. In diesem Fall empfiehlt sich ein Redoxpotential Mess- und Regelgerät.

Das war Teil 1. Im Teil 2 ein paar Worte zum Redoxpotenzial

Mit freundlicher Genehmigung, sage ich vielen Dank an: Sander Aquarientechnik

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