Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Wasseraufbereitung durch Ozon oder Ozonanwendung und Wissenswertes Teil 2 © Text und Bilder- Quelle: Sander Aquarientechnik

Das Redoxpotenzial

Das Redoxpotential ist ein Messwert, der Auskunft gibt über das Oxidations- bzw. Reduktionsverhalten von Wässern. Reduzierende Stoffe sind sauerstoffzehrende Stoffe. Hierzu gehören alle organischen Substanzen, Eiweißverbindungen, Kot, Futter, Blut. Diese Stoffe führen sehr schnell zu giftigen Verbindungen wie Ammoniak und Nitrit und neigen zur Fäulnisbildung. Reduzierende Stoffe lassen das Redoxpotential absinken. Die Wasserqualität wird schlechter. Oxidierende Stoffe sind z.B. Sauerstoff oder noch intensiver Ozon. Sie sind für jedes Wasser lebenswichtig, weil sie in der Lage sind, die negative Wirkung der reduzierenden Stoffe aufzuheben oder zu mildern. Da bei allen Oxidations- bzw. Reduktionsvorgängen Elektronen aufgenommen bzw. abgegeben werden, wird das Redoxpotential in mV gemessen.

Redoxpotential und Entkeimung

Wie weiter oben bereits aufgeführt, ist Ozon ein hervorragendes Entkeimungsmittel, wobei nun das Redoxpotential als Entkeimungsindikator angesehen werden kann. Während bei einem Redoxpotential von 200 mV 100% Keimbelastung besteht, vermindert sich die Verkeimung bei Anheben des Redoxpotentials von 200 auf 300 mV um 90% auf 10% der Ausgangsverkeimung. Wird ein Redoxpotential von ca. 400 mV erreicht, so ist nur noch ca. 1% der Anfangsverkeimung vorhanden. Absolute Sterilität ist erst bei einem Redoxpotential von 700 mV erreicht. Ein solcher extrem hoher Wert ist aber mit den Aquarienozonisatoren nicht zu erzielen. Aus diesen Betrachtungen ergibt sich eindeutig, das für die Aquarientechnik ein Redoxpotential von max. 400 mV nicht überschritten zu werden braucht. Insbesondere für niedere Tiere kann eventuell ein niedrigeres Redoxpotential um 300 mV vorteilhaft sein.

Redoxpotential und Algen

Zu diesem Thema liegen noch keine ausreichenden Untersuchungen vor, doch kann gesagt werden, das ein erhöhtes Redoxpotential niedere Algen zurückdrängt und Grünalgenwuchs fördert. Bei weiterem Redoxpotentialanstieg wachsen bevorzugt höhere Algen wie Blattalgen, Blasenlagen, Halimeda-Arten.
 
Wie wird das Redoxpotential gemessen?

Alle Reduktions- bzw. Oxidationsvorgänge bewirken Elektronenaufnahme oder -abgabe. Aufgrund dieser chemischen Reaktion wird im Wasser eine Spannung erzeugt, die mit der Elektrode praktisch stromlos aufgenommen wird. Während der Bildung der Redoxspannung fließen Elektronen von der Elektrode zum Redoxsystem (z.B. Ozon-organische Substanz). Als Folge dieser Ladungstrennung baut sich an der Metalloberfläche eine Spannung auf, die dem weiteren Elektronentransport entgegen wirkt. Es entsteht ein Gleichgewichtszustand, bei dem sich die elektrochemische Kraft (Spannung) und die chemische Kraft (Oxidationskraft oder Reduktionskraft) aufheben. Die Bezugselektrode hat die Aufgabe, ein konstantes Vergleichs- oder Ableitpotential zur Metallelektrode herzustellen. Die Trennung an der Kontaktstelle Elektrolyt/Messlösung geschieht über eine Kapillarverbindung, das sogenannte Diaphragma.



Die Redoxpotentialelektrode

Die Messelektrode besteht aus einem Glas- oder Kunststoffschaft, an dessen unterem Ende ein Platin- oder Goldsensor und seitlich ein Keramik- Diaphragma eingelassen ist. Durch das Diaphragma vollzieht sich entsprechend dem im Wasser vorliegenden Redoxpotential eine Elektronenwanderung aus dem Wasser in die Messkette hinein. Die Elektrode sollte grundsätzlich im Wasser verbleiben. Beim Ersteinsatz kann es ca. 30 Min. dauern, bis der tatsächliche Messwert angezeigt wird.
Wie wird die Redoxelektrode installiert?

1. In fließendem Wasser einbauen

Die Elektrode in fließendes Wasser hängen oder in einer Durchflußarmatur installieren. In stehendem Wasser besteht die Gefahr, daß es aufgrund mangelnder Elektrodenumströmung zu Fehlmessungen kommen kann.

2. Direkte Lichteinwirkung vermeiden

Die Elektrode sollte an einer abgedunkelten Stelle angebracht sein. Starke Lichteinwirkung auf den Elektrodenfuß kann zu Algenbildung und zur Bildung eines Bakterienfilmes führen. Beides verhindert den Wasseraustausch unmittelbar im Sensorbereich. Desweiteren wird die Ionenwanderung vermindert oder unterbrochen.

3.Verschmutzung vermeiden

Verschmutzungen können zu verschiedenartigen Beeinträchtigungen führen. Verschmutzungen der Glaswandung haben in der Regel reduzierende Wirkung, so daß ein zu niedriges Redoxpotential vorgetäuscht werden kann. Verschmutzung des Edelmetallfühlers oder des Diaphragmas können den Ionenaustausch verhindern und dadurch zu Fehlmessungen führen.

Mit freundlicher Genehmigung, sage ich vielen Dank an Sander Aquarientechnik

© 2009 – 2013, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.

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