Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Wasserwerte unter der Lupe - Phosphat

© Text Beate Laufer

Phosphat - der Stoff aus dem die Albträume vieler Aquarianer sind. Gerade bei SPS-Becken ist dieser Wasserwert wichtig, denn SPS sind recht empfindlich gegen erhöhte Werte. Zudem ist Phosphat Fadenalgens-Liebling, sprich ein erhöhter Phosphatgehalt ist der Algendünger schlechthin. Ist Phosphat also generell böse? Nein, denn Phosphat ist essentiell, sowohl für Tiere wie auch für Pflanzen.

Schauen wir mal, was Phosphat z.B. so alles macht

-Es wird zur Synthese von ATP (Adenosintriphosphat) gebraucht. ATP ist ein wichtiger Energietüberräger im Stoffwechsel und ermöglicht zum Beispiel die Muskelarbeit oder bei Pflanzen den Aufbau von Glucose.
-Knochen und Gräten bestehen aus Phophat
-Es wird zur Synthese von Lecithin gebraucht, ein Stoff, der für das Gehirn lebenswichig ist
-für Pflanzen ist Phytin eine sehr wichtige Phosphorverbindung, die z.B. zum Wachstum des Keimlings wichtig ist.

Allerdings ist auf der anderen Seite Phosphat auch problematisch

-Obwohl es für den Knochenaufbau wichtig ist, ist ein zuviel an Phosphat kontraproduktiv. Es stimuliert ein Hormon, dass für den Knochenabbau verantwortlich ist. Zudem stört ein zu hoher Phosphatspiegel im Blut die Mineralisation der Knochen, es kann auch zu Erkrankungen wie Rheuma, Arthritis und Nierenverkalkung kommen.
Ob und wie unsere Meeresfische im Aquarium unter zu hohen Phophatwerten erkranken können, dazu habe ich leider keine Informationen.
-ein Weiteres Übel ist das oben genannte Phytin. Für die Pflanze sehr wichtig, für die Umwelt und den Menschen eher problematisch. Phytin bzw. die Phytinsäure ist ein starker Komplexbilder. Bevorzugt werden Mineralien wie Calcium, Magnesium, Eisen und Zink gebunden und können dann vom Darm nicht mehr resorbiert werden. Diese Phytinsäure ist hauptsächlich in Getreide, Hülsenfrüchte und Ölsamen enthalten. Es wäre interessant zu erfahren, wie hoch der Phytinsäuregehalt in Fischfutter mit Getreideerzeugnissen ist und ob das Auswirkungen auf den Fisch hat. Aber ob sich jemals einer an so eine Studie dransetzt?
Das Phytin ist aber auch umweltproblematisch. Wiederkäuer wie Kühe sind in der Lage die Säure zu verarbeiten und das Phosphat zu verwerten. Schweine können dies nicht. Dies hat zur Folge, dass die Gülle von Schweinen einen sehr hohen Phophatgehalt hat und damit das Grundwasser und die Böden belastet. Dies versucht man mit Hilfe eines Enzyms, das die Tiere unters Futter bekommen, zu vermindern.

Phosphat im Meerwasseraquarium

Die wichtigste Quelle von Phosphat ist Futter, vor allem Frostfutter, das nicht abgespült wird, ist eine wahre Phosphatbombe. Im Aquarium liegt Phosphat entweder in anorganischer oder organischer Form vor. Wobei bei der anorganischen Form der pH-Wert eine große Rolle spielt. Phosophat kommt in 3 Formen in Wasser vor: Als Hydrogenphosphat, Dihydrogenphosphat und Phosphat. (Die Form als Phosphorsäure lasse ich hier mal aus, da dafür ein stark saures Milieu von Nöten ist, das im Meerwasser ja nicht vorkommt.) Im pH-Bereich von 8,1 liegt hauptsächlich Hydrogenphosphat vor, als zweites Phosphat und nur zu einem geringen Teil Dihydrogenphosphat. Dieses Verhältnis verschiebt sich mit steigendem pH-Wert. Es wird mehr Phosphat gebildet und Hydrogenphosphat nimmt ab.

Phosphat hat die Eigenschaft mit Metallen zu regieren. Vor allem Calcium, Magnesium, Aluminium und Eisen. Dies kann Probleme machen, da im Meerwasseraquarium ja ein sehr hoher Anteil an kalkreichen Materialien vorliegt (Lebende Steine, Lochgestein, Bodengrund etc.). Dies kann zur Folge haben, das Phosphat sich auf diesen Materialien in Form von Calcium- und Magnesiumphophat ablagert und die so genannten und gefürchteten Phosphatdepots bilden. Diese Depots können zu einem massiven Algenproblem werden, obwohl im freien Wasser Phosphat durchaus nur in geringer Konzentration vorliegen kann.
Auf der anderen Seite macht man sich diese Metallreaktion zu Nutze. Phosphatadsorber bestehen aus Eisen- oder Aluminiumsalze. Das reaktionsfreudige Phophat bindet sich an diesem Material und kann dadurch aus dem Becken entfernt werden.

Organisches Phosphat kommt durch Abbau vor organischen Material ins Wasser. Dazu gehören Bakterien, Algen, Plankton und Detrius.

Das organische Phosphat kommt in 2 Formen vor: Als DOP (gelöstes organisches Phosphat) und als POP (an Partikel gebundenes organisches Phophat -> Detrius). Durch Absaugen des Detrius kann man also auch Einfluss auf den Phosphatgehalt nehmen, weiteres sind das Abernten von Algen und nicht zu vergessen, die Abschäumung.

Weitere Phosphatquellen im Aquarium können sein: Minderwertige Aktivkohle und Korallenbruch, der als Bodengrund oder in Kalkreaktoren benutzt wird.

Liebe Grüße

Beate

 

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