Das Gorgonien-Lexikon ist eine deutschsprachige Datenbank über mein Interessensgebiet den Gorgonien, einem Teilgebiet der Meerwasseraquaristik. Dieses Lexikon wurde geschaffen, um zusätzliche Haltungshinweise - auch multimedial - den vielen Gorgonien zuzuordnen. Schon jetzt erhebt dieses Lexikon den Anspruch bei ausgesuchten Gorgonien Arten das umfassendste deutsche zentrale Nachschlagewerk zu sein. Das Lexikon ist aber auch ein Portal für alle Meerwasseraquarianer im Allgemeinen.

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Körperbau von Hornkorallen

Die Ordnung der Gorgonien innerhalb der Unterklasse Octocorallia umfasst eine Fülle von Arten.

Grob unterteilt wird diese Ordnung in die Scleraxonia (Kalkachsenkorallen) und die Unterordnung der Holaxonia (Hornkorallen).

Bei der Unterordnung Scleraxonia besteht das Achsenskelett aus einzelnen Nadeln (Spiculae), die durch Gorgoninfasern lose oder durch Kalkabsonderungen vollständig miteinander verbunden sind. Als Beispiel für diese Unterordnung sei die scharlachrote Corallium rubrum genannt.

 

Bei der Unterordnung Holaxonia besteht die ganze Stammachse vorwiegend aus biegsamen Gorgoninfasern, zwischen denen Calcit (Kalkspat) abgelagert ist. Skelette sind niemals vorhanden. Ein Beispiel für diese Unterordnung ist die in gemäßigten Meeren lebende leuchtend rosafarbene Resedakoralle, Primnoa resedaeformis,

 
deren Polypen sehr dicht um die Zweige der bis zu 25 cm hohen, buschähnlich stark verzweigten Kolonie sitzen. Der bekannte Venusfächer, Rhipiodogorgia flabellum, gehört ebenfalls in diese Unterordnung.

Alle Gorgonien besitzen einen zentralen Stamm, der von einem kleinen Coenchym (Koloniegewebe) umgeben ist, auf dem sich die Polypen befinden. Das Achsenskelett besteht bei beiden Unterordnungen aus zwei Teilen, der Medulla (Mark) und dem Kortex (Rinde).
 

Der Unterschied (u.a.) zwischen den beiden Gruppen ist, dass die Kalkachsenkorallen Sklerite, also Kalknadeln im Mark besitzen, die Hornkorallen dagegen nicht.

Die Skelettstruktur wird immer von der gesamten Kolonie gebildet und nicht von den einzelnen Polypen. Wie auch bei den Lederkorallen gibt es Formen mit zwei Polypen dimorph (Zweigestaltig; in 2 Formen auftretend) als auch monomorphe (gleichartige, gleich gestaltete) Formen mit nur einem Polypentyp. Für die Systematik wird die Struktur des Achsenskelettes, die der Skleriten und die der Polypen herangezogen und nicht die Wuchsform, die je nach Standort unterschiedlich sein kann.

Einige Hornkorallen bilden baumartig verzweigte Stöcke mit dicken, starren Zweigen, andere besitzen dünne, peitschenartige und biegsame Fortsetzungen in Buschform oder in einer Ebene wachsende Fächer. Es gibt auch Arten, bei denen sich die Zweige miteinander verbinden und damit praktisch Siebe ausbilden, mit denen sie aus der Strömung die Nahrung – wie mit einem Netz – herausfiltern. Das oft biegsame zentrale Achsenskelett der Gorgonien besteht aus hornartigen Gorgoninfasern ( daher der Name " Hornkoralle " ) mit Kalkeinlagerung ( Skleriten ) und ist von einer Rinde ( daher der Name " Rindenkoralle " ) aus Coenenchym ( Zellgewebe zwischen den Polypenköpfen ), aus der die einzelnen Polypen hervortreten, überzogen.
 

Hornkorallen mit wenig Kalkeinlagerungen in den Gorgoninfasern sind biegsamer und somit weitaus besser für ein Leben in strömungsreichen und bewegten Gewässern geeignet.

An der Wuchsform einer Hornkoralle kann man in einem gewissen Rahmen den Strömungstyp erkennen. Arten die in einem Habitat mit gleichförmiger , laminarer Wasserbewegung leben, bilden vor allem zweidimensionale fächerähnliche Wuchsformen aus, die immer quer zur Strömung stehen. Gorgonien die in Zonen variabler Strömungsrichtungen vorkommen, wachsen hingegen vor allem buschig und dreidimensional. Das kann dem Aquarianer erleichtern seine Hornkorallen in einer möglichst optimalen Wasserströmung zu platzieren.

© 2009 – 2013, Harald Ebert, Alle Rechte vorbehalten.

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